GLAUBEN
IN DEN FARBEN DES REGENBOGENS
GLAUBEN IN DEN FARBEN DES REGENBOGENS
Herbst 2025. Der Nationalrat der Slowakischen Republik hat eine Verfassungsänderung verabschiedet, welche die slowakische Regierung – die „Dämme gegen den Progressivismus“ errichtet – und oppositionelle christliche Fundamentalisten im Kampf gegen die sogenannte „Gender-Ideologie“ vereint hat. Drei Jahre nach dem Terroranschlag vor der Bar Tepláreň werden die Rechte von LGBTI+-Personen in der Slowakei immer weiter eingeschränkt. Viele Politiker und Politikerinnen spalten weiterhin die Gesellschaft und vertiefen die Gräben zwischen den Menschen. Die Mehrheitskirchen spielen dabei eine entscheidende Rolle, indem sie diese Polarisierung durch ihre Stellungnahmen verstärken und sich direkt oder indirekt hinter die Verkünder von Homophobie, Transphobie und Biphobie stellen.
Trotzdem finden sich in den Kirchen Vertreter und Vertreterinnen, die mit dem aktuellen Diskurs nicht einverstanden sind. Sie wollen über die Lebensthemen von Queer-Menschen sprechen, ihnen nahe sein und zuhören sowie auf die Ungerechtigkeit in ihrem Umfeld aufmerksam machen. Ihre Stimme wird jedoch in der gesellschaftlichen Debatte nicht ausreichend gehört.
Die slowakische Version des Projekts GLAUBEN IN DEN FARBEN DES REGENBOGENS versucht, ihre Stimme zu stärken – um zu zeigen, dass es trotz der sich verschlechternden Situation für Queer-Menschen Pfarrer und Pfarrerinnen gibt, die den vorherrschenden diskriminierenden Ansichten ihrer Kirchen widersprechen. Auch in der Slowakei gibt es Menschen im kirchlichen Dienst, welche die aktuelle gesellschaftspolitische Situation ablehnen. Das Projekt versucht zu ermitteln, wie die Situation von LGBTI+-Personen in der Kirche ist, wie frei sich Pfarrer und Pfarrerinnen darin fühlen und wie sie die aktuelle gesellschaftliche und politische Rhetorik wahrnehmen, die gegen Queer-Menschen gerichtet ist.
Das Projekt will eine positive Stimme sein, welche die Queer-Community im Sturm des Hasses hört. Es möchte gesellschaftliche Tabus aufbrechen und eine Debatte eröffnen, welche die Kirche oder die christliche Gesellschaft im Allgemeinen oft zu vermeiden sucht. Ein Teil der Befragten äußert sich daher anonym – die Autoren wollen so auch jenen eine Stimme geben, die sich bisher scheuen, öffentlich über diese Themen zu sprechen. Ihre Aussagen sind zugleich der Beweis dafür, dass es viele Gleichgesinnte im Dienst der Kirche gibt; es weist jedoch auch auf die Atmosphäre der Angst hin, die sowohl in der Gesellschaft als auch in der Kirche präsent ist.
Drei Jahre nachdem die höchsten Staats- und Kirchenvertreter im Martinsdom in Bratislava gemeinsam für die Opfer des Terroranschlags in der Zámocká-Straße beteten – ohne auch nur ein einziges Mal die Zugehörigkeit der Opfer zur LGBTI+-Gemeinschaft zu erwähnen – ertönt nun endlich eine Stimme aus dem kirchlichen Umfeld, die klar sagt, dass sie hinter den LGBT+-Menschen steht, sie schätzt und sie nicht verurteilt.
Das Projekt wird in mehreren eigenständigen Teilen nach und nach ab dem Jahrestag des Anschlags vor der Tepláreň veröffentlicht – ab dem 12. Oktober, jeden Sonntag.
An den Dreharbeiten nahmen teil:
- Róbert Bezák – emeritierter römisch-katholischer Erzbischof
- Anna Polcková – evangelische Pfarrerin
- Martin Kováč – altkatholischer Priester
- Miroslav Kocúr – römisch-katholischer Theologe, Publizist
- Ondrej Prostredník – evangelischer Theologe, Abgeordneter des Nationalrats der SR
- František Ábel – Theologe, Biblist
- Erika Sokola – evangelische Pfarrerin
- Adam Štefanec – römisch-katholischer Priester
- Tomáš Gulán – evangelischer Theologe
- Jana Tabačková – reformierte Geistliche
- Michaela Kušnieriková – evangelische Theologin, Lehrerin, Therapeutin
- Marek Mucha – römisch-katholischer Priester
- Magdaléna Ševčíková – evangelische Theologin, Lehrerin
- Miroslav Maťavka – Vorsitzender von SIGNUM – Regenbogen-Christen
- David Hrnko – Mitglied von SIGNUM – Regenbogen-Christen
- Tina Bednar – Vorsitzende von Regenbogenfamilien
- anonymer Befragter – evangelischer Pfarrer
- anonymer Befragter – evangelischer Pfarrer
- anonyme Befragte – evangelische Pfarrerin
- anonymer Befragter – römisch-katholischer Priester